1020 Küken im Kofferraum – Erschreckender Tiertransport aufgedeckt

Bienwald – Was Bundespolizisten am Donnerstagabend (28. Januar 2026) an einem Grenzübergang in Rheinland-Pfalz entdeckten, sorgt für Entsetzen. Gegen 18:40 Uhr kontrollierten die Beamten ein kleines Kraftfahrzeug mit drei jungen Männern. Aus dem Inneren des Wagens waren auffällige zwitschernde Geräusche zu hören – wenig später wurde klar, warum: Im Kofferraum und auf der Rückbank stapelten sich Kartons mit insgesamt 1020 lebenden Küken.

Die Tiere waren in mehreren Pappkartons untergebracht, lose im Fahrzeug verteilt. Eine Versorgung mit Wasser oder Futter gab es nicht. Lediglich kleine Öffnungen in den Kartons sorgten für etwas Luftzufuhr. Für die Küken bedeutete das: stundenlanger Transport auf engstem Raum, ohne jegliche Versorgung – mitten im Winter, in einem gewöhnlichen Pkw.

Der 20-jährige Fahrer erklärte den Beamten, er habe die Küken im Auftrag eines Freundes aus Frankreich abgeholt. Ziel sei ein Geflügelhof im niedersächsischen Uelzen gewesen. Auf Nachfrage konnte er jedoch zunächst weder Transportpapiere noch Begleitdokumente vorlegen. Lediglich ein französisches Schriftstück zum Impfstatus der Tiere wurde ausgehändigt. Erst später wurde durch den Betreiber des Geflügelhofs ein Gesundheitszeugnis des Zuchtbetriebes nachgereicht.

Trotz der offenkundig fragwürdigen Transportbedingungen wurde von einer Sicherstellung der Tiere abgesehen. Nach Rücksprache mit dem Veterinäramt Lörrach und einer sogenannten Güterabwägung entschieden die Behörden, dem Fahrer die Weiterfahrt zu gestatten. Ausschlaggebend war unter anderem, dass das zuständige Veterinäramt zu dieser späten Uhrzeit nicht erreichbar war und eine kurzfristige, artgerechte Unterbringung von über tausend Küken nicht möglich erschien.

Originalaufnahme – in solchen Kartons wurden die Küken transportiert

Der Vorfall wirft dennoch massive Fragen auf: Wie kann es sein, dass mehr als tausend lebende Tiere ohne ausreichende Versorgung in einem Kleinwagen quer durch Europa transportiert werden? Der Verdacht eines Verstoßes gegen die Tierschutztransportverordnung steht im Raum. Der Sachverhalt wurde zur Prüfung an das Veterinäramt Germersheim weitergeleitet, ebenso wurde das Veterinäramt Uelzen informiert.

Für die Küken endete die Kontrolle ohne unmittelbare Konsequenzen – für den Umgang mit Lebewesen in solchen Transporten bleibt jedoch ein bitterer Nachgeschmack. JETZT den neuen Blaulichtreport Rheinland-Pfalz WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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